Die Geschichte in Kürze
Eine Geschichte mit Kultcharakter, fünfmal schon verfilmt und seit über
100 Jahren ein faszinierender Theater-, Musical- und Opernstoff.
Die reiche Bauerntochter Walburga Stromminger verweigert sich dem patriarchalen
Zwang des Vaters, den Nachbar-Bauern Vinzenz zu heiraten, da sie den Jäger "BärenJoseph" liebt.
Ihr wutentbrannter Vater verbannt sie mit ihrem Geier, der von ihrer "Heldentat" zeugt,
in die eisige und kalte Welt der Gletscher. Und sie wird dort wie die Berge, denen
sie trotzen muss, schroff und unbarmherzig.
Erst nach des Vaters Tod kehrt Wally ins Tal zurück, ungebrochen, stolz
als neue Herrin des Hofs. Als sie eine andere Frau an Josephs Seite sieht ist die Enttäuschung
ungebändigt und es kommt es zur unausweichlichen Katastrophe. Vinzenz
wird zum Spielball von Wallys verletzten Gefühlen und soll Joseph töten.
Eine Liebesgeschichte und Tragödie von archaischer Wucht, ein grossartiges
und unvergessliches Stück Volkstheater aus Österreich.
Die wahre Geschichte über die Frau "Geierwally"
Anna Stainer-Knittel war eine Porträt- und Blumenmalerin und wurde bekannt
unter dem Beinamen "Geierwally". Sie gilt als ein frühes Beispiel
weiblicher Emanzipation. Ihr Leben diente als Grundlage für den Heimatroman
Die Geierwally von Wilhelmine von Hillern.
Bekannt wurde Anna Stainer-Knittel vorerst durch zwei Mutproben: sie seilte sich
zweimal eine fast senkrechte Felswand hinab und nahm einen Adlerhorst aus. 1880 schrieb Wilhelmine von Hillern über diese kühne Tat den
Roman Die Geierwally, – in Tirol wurden zu jener Zeit alle Raubvögel "Geier" genannt – der unter anderem 1940 mit Heidemarie Hatheyer und Eduard
Köck in den Hauptrollen verfilmt wurde.
Anna Stainer-Knittel war eine Grossnichte des berühmten Malers Joseph Anton
Koch und wurde am 28. Juli 1841 in Elbigenalp (Lechtal-Tirol) geboren. Ihr zeichnerisches
Talent zeigte sich in oft boshaften, aber treffenden Karikaturen ihrer Mitschüler.
Der Lithograph Anton Falger wurde auf ihr Talent aufmerksam und gab ihr in seiner
Zeichenschule den ersten künstlerischen Unterricht. 1859 konnte sie in die
Vorschule der Kunstakademie in München eintreten, wo sie dann bei Maler
Muhr vor allem Porträtieren
und Kopieren studierte. Nach drei erfolgreichen Lehrjahren kehrte sie in die
Heimat zurück.
Nachdem 1863 ihr erstes Selbstbildnis in Lechtaler Tracht vom Tiroler Landesmuseum
angekauft wurde, liess sie sich ständig in Innsbruck nieder, wo sie eine
Zeichenschule für Mädchen eröffnete. Hier war sie vor allem als
Porträtistin und Blumenmalerin tätig. 1867 heiratete sie den Gipsformer
Engelbert Stainer. Zwischen 1870 und 1883 malte sie nach ihren eigenen Aufzeichnungen
130 Porträts, darunter von Erzherzog Karl Ludwig, Feldmarschall Radetzky
und Kaiser Joseph I. , und 105 Landschafts- und Blumenbilder. Infolge des Aufkommens
der Fotografie schuf sie bis ins hohe Alter hauptsächlich noch Blumengemälde,
die sehr beliebt waren. In Innsbruck machten mehrere Ausstellungen ihre Werke
einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. 1873 war sie mit dem Ölbild "Alpenblumenkranz" auf
der Wiener Weltausstellung vertreten, das letztendlich nach England verkauft wurde.
Fast siebzigjährig schrieb sie 1910 ihre Lebenserinnerungen nieder. Am 28.
Februar 1915 starb sie im Hause ihres Sohnes Dr. Karl Steiner in Wattens nach
einer nicht ausgeheilten Lungenentzündung.
Mehr als eine Alpengeschichte – ein Tiroler Kultwerk
Oper
"La Wally" von Alfredo Catalani (1892)
Musical
"Die Geierwally", steirisches Musical von Reihnard P. Gruber
Verfilmungen
| 1921 | Erste Verfilmung des Romans. Regisseur war Ewald André Dupont, Henny Porten als Tocher Wally. |
| 1940 | zweite Verfilmung von Hans Steinhoff, mit der Schauspielerin
Heidemarie
Hatheyer als Hauptdarstellerin. |
| 1956 | dritte Verfilmung von Frantisek Cap, mit Hauptdarstellerin
Barbara Rütting
und als Leander Siegfried Rauch. |
| 1988 | vierte Verfilmung von Walter Bockmayer. Geierwally diesmal als Parodie auf dem Roman. Mitwirkende u.a. Barbara Valentin, Elisabeth Volkmann, Joy Fleming (Song) |
| 2005 | fünfte Verfilmung. Eine moderne Fernsehproduktion von ZDF mit der Schauspielerin Christine Neubauer als Wally Flender und Siegfried Rauch als Franz Flender. |
Geierwally in der Presse
Berner Bär, 17. April 2008
Berner Zeitung BZ, 12. April 2008
Der Bund, 12. April 2008
Anzeiger von Saanen, 11. April 2008
Berner Bär, 3. April 2008
ensuite Nr. 64, April 2008